Interview mit Aveleen Avide

Das Wetter in München ist regnerisch, ein unangenehmer Wind zerrt an den Schirmen der Passanten, die an den Fenstern des Cafés Puck vorbeieilen. Als Aveleen das Lokal betritt, drehen sich sofort die männlichen Gäste nach ihr um. Kein Wunder, die Autorin ist nicht nur bildhübsch sondern auch total sexy...
Aveleen Avide: Liebe Darklady, du bist zu gut zu mir. :-)
Darklady (schmunzelt): Als erstes eine sehr neugierige Frage: Wie schaffst du es auf diesen unheimlich hohen Absätzen herumzulaufen? Verzeih, aber die sind mir bei unserem ersten Treffen bei einer BLC als erstes aufgefallen.
Aveleen Avide: Lach. Manchmal denke ich, Absatzschuhe habe ich schon in die Wiege gelegt bekommen. Spaß beiseite. Als ich mit ca. 14 Jahren zum ersten Mal richtig tolle Schuhe aussuchen durfte, da waren es weinrote Schuhe mit Riemchen und ca. sieben-Zentimeter-Absätzen. Und seither bin ich solchen Schuhen verfallen. ;-) Allerdings würde ich sie nicht in die Berge anziehen oder zum stundenlangen Shoppen mit Freundinnen. So vernünftig bin ich dann doch wieder. Lach.
Darklady: Du arbeitest als Journalistin, unterhältst einen eigenen Blog mit reger Leserteilnahme, schreibst Kritiken und dazu noch deine hocherotischen Geschichten. Das bedeutet, dass du viele Stunden am PC sitzt. Was tust du zum Ausgleich? Treibst du Sport, hast du ein Hobby?
Aveleen Avide: Nein, ich treibe keinen Sport. Dazu fehlt mir die Zeit. Allerdings sagen meine Freundinnen dann immer: „Dafür nimmt man sich Zeit.“
Worauf ich antworte: „Wo soll ich die Zeit wegschneiden? Vom Schreiben, von meinen Jobs, mit denen ich Geld verdiene, von den Interviews, die ich vorbereite, vom Schlaf, der eh zu kurz kommt, von den paar Mal pro Woche weggehen oder von den paar Stunden pro Woche, in denen ich mich entspanne?“
Wenn ich mal viel Zeit habe, dann mache ich Sport. Aber Sport ist mir einfach nicht wichtig. Wenn, dann würde ich auch nicht Sport treiben, sondern tanzen gehen. Ich tanze leidenschaftlich gerne, alles, außer Salsa. Nach Musik tanzen macht mich unglaublich glücklich.
Lesen war früher ein großes Hobby von mir, dazu komme ich fast gar nicht mehr. Zu Weihnachten und an Silvester habe ich es mir jeweils gegönnt, ein Buch zu lesen.
Mein großes Hobby ist mein Blog, meine Internetkontakte. Ich koche leidenschaftlich gerne und esse gerne sehr gut. Im Sommer liege ich sehr gerne an der Isar im Schatten, komme aber nur ganz selten dazu. Für mehr Hobbys bleibt keine Zeit.
Darklady: Wenn ich richtig informiert bin, sind deine beiden Erotik-Bände "Seidene Küsse" und "Samtene Nächte" sofort auf die ersten Plätze der Hitliste geschossen. Deine Leser reißen dir deine erotischen Bücher sozusagen aus den Händen. Als du damals mit dem Schreiben angefangen hast, hast du da an einen solchen Erfolg geglaubt und wie gehst du mit dem Erfolg um?
Aveleen Avide: Es stimmt schon, „Seidene Küsse“ ist innerhalb weniger Wochen gleich bis zum Platz 1 der Amazon.de-Erotik-Bestseller gestürmt und hat sich dort 4 Monate festgehalten. :-)
Bei „Samtene Nächte“ hat es länger gedauert … Dafür hat es sich zu einem Longseller entwickelt, wie es in der Branche so schön heißt. Was übrigens auch bei „Seidene Küsse“ der Fall war.
Es freut mich natürlich ungemein, dass meine Bücher ziemlich gut laufen. Es war für mich auch ein Ansporn, an meinem 3. Band mit erotischen Kurzgeschichten zu schreiben.
Bei meinem ersten Buch „Seidene Küsse“ gingen alle Wünsche, die ich in das Buch setzte, taggenau in Erfüllung, bis hin zum Wunsch, dass „Seidene Küsse“ an meinem Geburtstag erscheinen soll. Was aber nicht sicher war, denn bei Amazon.de war es für den 1. November 2006 angekündigt gewesen. Gerechnet hatte ich nicht mit diesem Erfolg … gewünscht hatte ich es mir natürlich.
Heyne Verlag;Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453545141
ISBN-13: 978-3453545144
Preis: 7.95€
Darklady: Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen und was bedeutet das Schreiben für dich?
Aveleen Avide: Zum belletristischen Schreiben kam ich wie die Jungfrau zum Kind … Wenn ich diese verwegene Metapher verwenden darf. ;-) Mein Leben war an einem Punkt, an dem ich wusste, so will ich nicht mein restliches Leben verbringen. Tagein, tagaus habe ich mir die Frage gestellt: „Aber was könnte ich bloß machen, damit sich mein Leben positiv verändert?“ Ich war, wie es so vielen Menschen geht, so eingefahren in meinem Leben, dass ich glaubte, es auch nicht mehr herumreißen, geschweige denn ändern zu können.
Dann eines Nachts, bekam ich die Antwort auf meine Frage. Ich hatte erst ein paar Stunden geschlafen und plötzlich schnellte ich senkrecht im Schlaf hoch. Gleichzeitig war ganz klar verständlich das Wort „Schreiben“ in meinem Kopf. Ich bin so erschrocken, dass ich sofort laut gesagt hatte: „Wie?! Schreiben?!“
Mir fielen auf Anhieb gleich so viele positive Argumente ein, dass ich wusste: Das ist es!! Das ist die Antwort auf meine Lebensfrage!
Ich habe gleich im nächsten Urlaub angefangen zu schreiben. Dabei habe ich gemerkt, dass mir noch das berühmte Handwerkszeug fehlt. Das habe ich bei der Schule des Schreibens nachgeholt. Inzwischen lasse ich mich privat coachen.
Was also Schreiben für mich bedeutet? Alles! Es ist schwere Arbeit, aber Arbeit, die ich nie mehr aufgeben werde. Manchmal lässt es mich meine Haar raufen! Manchmal frage ich mich, ob mir immer etwas einfallen wird? Manchmal zweifle ich an mir und dann wieder sage ich mir: „Niemand, so gar niemand aus meinem privaten Umfeld hatte an mich geglaubt, was das Schreiben betrifft und doch habe ich es geschafft. Bisher ist mir auch immer etwas eingefallen. Warum also sollte es plötzlich aufhören?“
Schreiben war es, was mein Leben unglaublich positiv verändert hat.
Darklady: Es geht ja die Mär um, dass Journalisten keine guten Prosa-Schriftsteller sein können. Dieses Vorurteil widerlegen deine Texte eindeutig. Aber wie schaffst du es, diese beiden völlig unterschiedlichen Arbeitsweisen zu trennen, damit sie sich beim Schreiben nicht gegenseitig ins Gehege kommen?
Aveleen Avide: Ich habe schon viele Autoren interviewt, die sowohl journalistisch als auch belletristisch schreiben. Etliche Bücher dieser Autoren sind auf Bestsellerlisten und bei Amazon.de in den vorderen Rängen vertreten, bzw. vertreten gewesen.
Bei mir war ja zuerst das belletristische Schreiben da. Ich denke, deshalb empfinde ich es auch nicht als schwer, journalistisch zu schreiben. Da ich bei meinen Jobs als Sekretärin sowieso immer logische Briefe schreiben muss, fällt mir hier das Umdenken leicht.
Darklady: Wie lange hat es gedauert, bis dein erstes Buch-Manuskript angenommen wurde und bei wie vielen Verlagen hast du dein Manuskript eingereicht?
Aveleen Avide: Das waren eben die ganzen Wünsche, die beim ersten Buch auf Anhieb geklappt haben. Meine Co-Autorin und ich hatten unser Manuskript an ca. 5 Verlage und ca. 3 Agenturen geschickt. Alle gleichzeitig. Innerhalb einer Woche hatten zwei Agenturen Interesse und wir entschieden uns für Lianne Kolf. Innerhalb von sechs Wochen hatten wir den Heyne-Verlag, der unser Buch verlegen wollte.
Darklady: Wie gehst du mit Absagen um?
Aveleen Avide: Ich hatte meiner Co-Autorin gesagt: „Wenn eine Absage kommt, dann schicke ich gleich wieder ein Manuskript weg.“ Ich nannte es immer „Hoffnung ist unterwegs.“ Und weil ich gleich bei der ersten Absage das nächste Manuskript verschickt habe, kam erst gar nicht das Gefühl auf, dass wir es vielleicht nicht schaffen könnten. Oder: Warum sollte ausgerechnet jemand unser Buch haben wollen? Einmal musste ich ein Manuskript zusätzlich verschicken, ehe schon die erste Zusage von einer Agentur kam.
Darklady: Und wie gehst du mit schlechten Kritiken und Rezensionen um?
Aveleen Avidee: Bevor ich veröffentlicht habe, hatte ich mich mit diesem Thema auseinandergesetzt. Den besten Rat, den ich bekommen konnte war: „Mit Kritiken soll man positiv umgehen. Wenn du aus einer konstruktiven schlechten Kritik etwas lernen kannst, dann lerne daraus. Wenn es nur ein unqualifiziertes Niedermachen ist, dann ignoriere es und wenn es eine gute Kritik ist, freu dich darüber.“
Ich werde mit Sicherheit nicht unflätig jemanden gegenüber werden, weil er eine schlechte Kritik zu meinem Buch verfasst. Außerdem ist es die Meinung des einen Kritikers und andere haben eine ganz andere Meinung.
Was nicht heißt, das mich eine schlechte Kritik nicht dennoch verletzt. Heeeeul! ;-)
Darklady: Was war das für ein Gefühl als du das Buch dann zum ersten Mal in den Händen gehalten hast?
Aveleen Avide: Ich habe mir immer visualisiert, dass ich mein eigenes Buch in den Händen halte, es an irgendeiner Stelle aufklappe und daran rieche. Ich liebe den Geruch von frisch gedruckten Büchern! Und genau das habe ich gemacht. Der Geruch meines ersten eigenen Buches war … überwältigend! :-)
Darklady: Woher nimmst du die Ideen für deine Geschichten? Und wie entwickelst du deine Plots?
Aveleen Avide: Leider bin ich noch ganz schlecht beim Plot entwickeln. Das liegt mir einfach noch nicht. Aber irgendwann werde ich diesen Punkt sicher knacken. Schwitz. Hoffentlich bald.
Im Augenblick ist es so, dass ich entweder eine bestimmte Location oder eine bestimmte sexuelle Handlung im Kopf habe, über die ich eine Geschichte schreiben möchte. Dann setze ich mich an meinen Laptop und fange einfach an zu schreiben. Irgendeinen Satz. Dann suche ich nach ein paar Sätzen den Namen. Wenn ich den Namen habe, dann dauert es einige Zeit, bis die Figur in meinem Kopf Gestalt annimmt und von da an ist es leichter bis leicht. Bei mir ist es so, dass mir durch das Schreiben die Ideen kommen. Wenn ich auf die berühmte Muse warten würde, bis sie mich küsst, dann würde ich wohl am Sankt Nimmerleinstag noch ungeküsst sein und vor allem nie auch nur einen Satz schreiben. ;-)
Wenn ich eine Geschichte in eine bestimmte Richtung schreiben möchte und es funktioniert so nicht richtig, weil die Handlung der Protagonistin Fragen aufwirft, dann fällt mir meistens im Schlaf oder im langsamen Wachwerden eine Lösung ein. So wie erst vor kurzem wieder.
Ich hatte eine geile Location, aber das würde eine 50-Seiten-Geschichte werden. Ich habe aber für meinen 3. Band schon eine Geschichte mit 49 Seiten. Deshalb war mir sofort klar, ich kann in einem Kurzgeschichtenband nicht zwei Geschichten mit 50 Seiten unterbringen. Außerdem könnte man die Geschichte zu einem Roman ausbauen. Die Haltung der Protagonistin braucht Raum, sich zu entfalten. Ich will aber auch nicht diese geile Location verballern. Am nächsten Morgen konnte ich so richtig ausschlafen und im Halbschlaf fiel mir eine Lösung ein. Eine geile Lösung. :-) An dieser Geschichte schreibe ich gerade.
Darklady: Schreibst du auch in anderen Genres?
Aveleen Avide: Noch nicht. Dafür reicht die Zeit einfach nicht aus. Aber es ist angedacht.
Darklady: Viele Autoren hassen das Exposéschreiben. Wie ist das bei dir? Und wie lange brauchst du, bis du ein verlagsreifes Expo fertig hast?
Aveleen Avide: Da ich für jede Kurzgeschichte ein Exposee schreibe (also einen ca. 4-Zeiler), brauche ich dafür nicht lange und ich habe dazugelernt. Am Anfang konnte ich das nicht. Da habe ich immer völlig belanglose Dinge reingeschrieben und die wichtigen Dinge weggelassen. Ich musste es immer einer Freundin lesen lassen, die hervorragend in diesen Dingen ist, ehe ich das Exposé wegschickte. Das tue ich zwar heute auch noch, aber außer, dass sie ein paar Worte ändert, ist sonst alles okay.
Darklady: Wie entwickelst du deine Personen?
Aveleen Avide: Bei einer erotischen Kurzgeschichte muss ich ja eine Protagonistin nicht großartig entwickeln. Schon, aber eben tausend Mal kürzer als in einem Roman. Wie gesagt, ich schreibe erst einmal drauflos, dann nimmt die Figur vor meinem inneren Auge Gestalt an und dann weiß ich auch, was auf den ersten Seiten geändert werden muss oder wie sie sich bei einer sexuellen Handlung verhalten wird. Auf jeden Fall muss ziemlich schnell ein Name her, denn damit assoziiere ich schon auf die Protagonistin. Ich brauche erst Äußerlichkeiten, ehe ich auf die inneren Werte schließe. ;-) Jedenfalls bei meinen Protagonistinnen.
Darklady: Brauchst du ein bestimmtes Ambiente, um konzentriert arbeiten zu können? Hörst du bei der Arbeit an einem Manuskript vielleicht Musik und wenn ja, welche Stücke inspirieren dich? Oder brauchst du zum Schreiben absolute Stille?
Aveleen Avide: Ich brauche definitiv ein bestimmtes Ambiente. Handy wird leise gestellt. Eine Flasche ist mit warmen Leitungswasser gefüllt, das Glas ist schon eingeschenkt.
Musik auf meinem Laptop läuft ganz ganz leise. Laut darf sie aber auch nicht sein, damit sie mich nicht ablenkt. Ich höre gerne Musik, die gleich bleibend ist, wie z.B. Shakira, Dido, Miriam Makeba, Alicia Keys, Katie Melua, etwas in der Art. Ohne Musik kann ich nicht schreiben. Da ist mir die Stille in der Wohnung zu laut. (Kennt das jemand?) Es lenkt mich zu sehr ab, wenn ich höre, wie die Nachbarn die WC-Spülung betätigen, den Wasserhahn aufdrehen, deren Waschmaschine läuft, wie jemand den Fernseher lauter gestellt hat …
Dann geht’s los.
Ach, ich kann auch nicht draußen schreiben, dort kann ich höchstens Korrektur lesen oder recherchieren. Wobei, das Recherchieren könnte jetzt jemand falsch verstehen. ;-) Z.B. brauchte ich für eine Geschichte eine Luxusvilla in Hamburg und die Ansicht der Häuser, bzw. Hotels an der Alster. Ich brauchte schon Infos zu Luxusmöbelstücken, sündhaft teuren Weinen und solche Sachen eben.
Darklady: Und wo arbeitest du am liebsten? Magst du den Lesern deinen Arbeitsplatz ein wenig beschreiben?
Aveleen Avide: Ich habe nur eine kleine Wohnung, da bleiben nicht viele Möglichkeiten. Auf meinem Schreibtisch steht mein Laptop, das Zimmer habe ich im Rücken, damit es mich nicht ablenkt. Ich wohne im fünften Stock und dort habe ich den Schreibtisch so aufgestellt, dass ich aus dem Fenster sehen kann. Da fallen mir dann auch gigantische Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergänge auf. Wenn ich aus dem Fenster nach halbrechts schaue, dann sehe ich die Berge. Sehr eindrucksvoll! Wobei im Sommer 2010, der kein Sommer war, habe ich in diese Richtung weniger gerne geschaut, da ich schon morgens sah, dass die Regenwolken bis in die Berge reichen und der ganze Tag somit grau und verregnet sein wird. Und das, wo ich doch so sonnenhungrig bin.
Darklady: Wie lange arbeitest du an einem Manuskript und wie sehen die Arbeitsabläufe aus?
Aveleen Avide: Ich schreibe, schreibe, schreibe, bis die erste und dann die zweite usw. Geschichte fertig ist. Ha! Schön wär’s. ;-)
Beim ersten Buch war es tatsächlich so. Beim zweiten habe ich schon viel mehr Disziplin aufbringen müssen – man darf nicht vergessen, da hatte ich auch noch einen Ganztagsjob. Bei meinem dritten Buch brauche ich für jede einzelne Geschichte schon wesentlich länger, das liegt aber auch daran, weil ich mich bei jedem Satz erwische, wie ich mich frage: „Ist das keine Behauptung? Keine Erklärung? Ist der Satz stimmig? Soll ich die Gefühle weiter ausbauen oder ist das jetzt so eine Stelle, wo ich es kürzer schreiben sollte? Ist kein Pfui-bäh-Wort dabei?“ (So nennt es mein Coach und das heißt nicht, dass es ein Wort unter der Gürtellinie ist, sondern es ist ein Wort, das entweder nicht zur Protagonistin passt, das nicht in den Kontext passt, das kein einwandfrei grammatisch richtiges deutsches Wort ist …) Ja mei, i kum ha’d aus da Oberpfa’z. Da kann das schon mal passieren.
Das Schreiben muss ich zwischen meine zwei bis drei Jobs packen. Ich arbeite im Augenblick ca. 30 Stunden die Woche. Dann mache ich noch die Interviews, das heißt auch noch einmal 1,5 Stunden pro Interview. Außerdem pflege ich meine Internetkontakte, das ist auch mindestens eine Stunde pro Tag. Und dazwischen quetsche ich das Schreiben.
Verlag: rororo
ISBN-10: 3499252430
ISBN-13: 978-3499252433
Preis: 8,95€
Darklady: Was nervt dich in deinem Beruf als Autorin am meisten?
Aveleen Avide: Dass ich zu wenig Zeit zum Schreiben habe.
Darklady: Welche beruflichen Pläne hast du für die Zukunft?
Aveleen Avide: Dieses Jahr möchte ich zwei Kurzgeschichtenbände schreiben. Ansonsten habe ich einen ganz tollen Office-Arbeitsplatz (halbtags) und den anderen 2x4 Stunden-Office-Job pro Woche werde ich in Kürze aufgeben und dafür einen 3-Stunden-Office-Job pro Woche annehmen. Das ist mal der Plan für dieses Jahr. Dann möchte ich immer mehr schreiben und immer weniger für andere arbeiten. Wenn du wissen möchtest, was ich in 10 oder 20 Jahren mache …? Darauf kann ich nicht antworten. Ich halte nicht wirklich was von Erfolgsplänen und Co. Ich plane lieber meine nahe, als meine ferne Zukunft. Und dabei bin ich glücklich.
Was ich mir wünsche? Darauf könnte ich antworten, das würde aber das Interview sprengen. Denn bei mir sind noch viele Wünsche offen, die aber nicht alle sofort erfüllt werden müssen. Außerdem klappt es bei mir mit dem Wünschen, seit meinem ersten Buch und so visualisiere ich mir Vieles und das klappt. Da spreche ich jetzt aber nicht vom Parkplatz suchen. Okay, ich habe gar kein Auto. ;-)
Darklady: Wann können wir das nächste Buch von dir erwarten und wird es wieder ein Erotik-Shortyband sein oder etwas anderes?
Aveleen Avide: Es wird wieder Erotik sein. Und das schreibe ich auch sehr sehr gerne. :-) Wann das nächste Buch erscheint? Das kann ich noch nicht sagen. Drück’ mir die Daumen, ich warte gerade auf einen Anruf. Und während ich diesen Text Korrektur lese, kam schon der tolle Anruf, auf den ich gewartet hatte. Mehr wird nach Vertragsabschluss auf meinem Blog http://aveleen-avide.blog.de und in Facebook http://www.facebook.com/aveleen.avide verraten.
Darklady: Welche Ratschläge hast du für Neuautoren, die noch auf ihre erste Veröffentlichung hoffen?
Aveleen Avide: Du schreibst Kurzgeschichten? Reiche deine Kurzgeschichte bei einem Anthologiewettbewerb ein. Deine Kurzgeschichte sollte zur Ausschreibung passen. Ausschreibungen findest du z.B. auf der Homepage des Uschtrin-Verlages.
Du schreibst Romane? Setzte dich mit diesem Genre auseinander. Denn das ist deine Zielgruppe und dein Text muss zu dieser Zielgruppe passen.
Du weißt nicht, in welchem Verlag du dein Buch unterbringen könntest? Gehe in eine große Buchhandlung und sieh dir die Bücher in deinem Genre an, in welchem Verlag sie veröffentlicht wurden. Oder sieh im Internet nach. Dann sieh dir die Verlagshomepage an, was genau erwartet wird. Und halte dich an die Vorgaben. Schicke nicht 50 Seiten aus der Mitte des Romans ein, wenn die ersten 30 Seiten verlangt werden. Ruf am besten vorher im Verlag an, an welchen Lektor du das Manuskript senden solltest. Keine Sorge, es ist ein Vor- und kein Nachteil, wenn du einen exakten Ansprechpartner für dein Manuskript beim Verlag hast. Es zeugt sogar von Professionalität, wenn du diesen Anruf machst.
Überlege, ob vielleicht ein kleiner seriöser Verlag passend für deinen ersten Roman sein könnte. Da bekommst du zwar vielleicht keinen oder nur einen kleinen Vorschuss, aber es ist ein seriöser Einstieg.
Meide Verlage, bei denen du Geld für die Veröffentlichung zahlen musst. Denn der Autor bekommt Geld für seine Arbeit!
Wenn du dir nicht sicher bist, wie gut dein Text ist, dann gehe in Foren, in denen konstruktive Kritik geübt und nicht weichgespült wird. (Also, wo nicht ein grottenschlechter Text hochgelobt wird). Es gibt unglaublich gute Schreibforen, wie z.B. „42-Autoren“ und noch einige andere. Und gehe souverän mit der ersten Kritik um. Wenn du deine Kritiker angreifst, anstatt dich mit der Kritik am Text auseinanderzusetzen, dann lernst du nichts dazu und dich wird auch niemand mehr konstruktiv kritisieren. Und ich weiß, wie weh so eine erste negative Kritik tut, aber Autoren müssen da durch. Denn das wird es später, nach der Veröffentlichung auch geben.
Und vor allem, egal was passiert, wenn du wirklich veröffentlichen willst, dann lass es dir von niemanden ausreden. Glaub’ an dich!
Darklady: Aveleen, ich danke dir herzlich für dieses interessante Interview.
Nordseekrimi - 10. Feb, 15:25









