Interview mit Lucy Palmer
Sie ist eine der erfolgreichsten Erotikautorinnen Deutschlands. Unter ihren Pseudonymen Inka Loreen Minden oder Lucy Palmer sind so elektrisierende Titel erschienen wie: "Mach mich wild" oder "Lustsklavin". Vor einigen Tagen nun hatte ich das Glück Monika zu treffen und ein Interview mit ihr zu führen.
Monika Dennerlein wurde im Jahre 1976 in Berchtesgaden geboren. Schon als kleines Kind hat sie sich Geschichten ausgedacht und aufgeschrieben – später erschienen ihre ersten Gedichte im »Berchtesgadener Anzeiger«, einer Heimatzeitung.
Nach dem Abitur verschlug es sie gemeinsam mit ihrem Mann nach München, wo sie ein paar Jahre als Zahntechnikerin arbeitete. Nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 2003 konzentrierte sich ihr Leben aufs Muttersein, drei Jahre später erwachte jedoch wieder ihre Leidenschaft fürs Schreiben.
Unter den Pseudonymen Inka Loreen Minden und Lucy Palmer sind seitdem von ihr 17 Bücher, 5 Hörbücher und zahlreiche E-Books erschienen. Nebenher ist sie »Mädchen für alles« beim Dead Soft Verlag, wo sie u.a. die Cover gestaltet und beim Lektorat hilft.
Als Inka Loreen Minden hat sich die Autorin mit ihren homoerotischen Liebesromanen – den Gay Historicals – einen Namen gemacht.
Allgemein tummeln sich ihre Helden am liebsten im historischen England oder sind Vampire, Dämonen und Gestaltwandler.
Zu ihren erfolgreichsten Titeln zählen der Erotik-Bestseller »Mach mich scharf!« von Lucy Palmer (blue panther books) und der Soft-SM-Roman »Tödliches Begehren« (dead soft Verlag) von Inka Loreen Minden.
Mehr über die Autorin und ihre Werke auf ihrer Homepage:
http://www.inka-loreen-minden.de
Darklady: Du gehörst zu den Vielschreiberinnen unter den Autoren/Autorinnen. Das bedeutet, dass du viele Stunden am PC sitzt. Was tust du zum Ausgleich? Treibst du Sport, hast du ein Hobby?
Monika: Puh, es würde mir tatsächlich nicht schaden, mich mal wieder sportlich zu betätigen. 12 Stunden täglich am PC sind der Durchschnitt. Da bleibt kaum Zeit für andere Dinge, wie zum Beispiel Haushalt, ärgs. Wie eine Kollegin mal so treffend formulierte: »Bei uns kann man vom Boden essen. Man findet immer was.« (lacht)
Jede Sekunde Freizeit gehört daher meiner Familie.
Früher war ich regelmäßig beim Walken und habe gemalt(Seidenmalerei), aber seit ein paar Jahren kann ich sagen: Mein liebstes Hobby – das Schreiben – ist nun mein Beruf. Es verlangt mir sehr viel ab, gibt mir jedoch auch ganz viel zurück.
Darklady: Viele Autoren haben neben ihrem Beruf als Schriftsteller noch einen so genannten "Brotberuf". Wie ist das bei dir? (und falls ja) Wie schaffst du es, beide Berufe unter einen Hut zu bringen?
Monika: Bevor ich wirklich regelmäßig schrieb, arbeitete ich als Zahntechnikerin. Der Beruf war für meine kreative Ader genau richtig und hat mir gut gefallen. Leider wollte nach der Geburt meines Sohnes niemand mehr eine Mama einstellen. Was ich auch verstehen kann, denn Zahntechnik ist ein Ganztagsjob mit Open End. Schlecht mit Kind zu vereinbaren, vor allem, wenn man keine Oma in der Nähe hat ;-)
Mein Brotberuf ist nun das Schreiben und »nebenher« noch die Verlagsarbeit für den Dead Soft Verlag.
Darklady: Moni, du gehörst mit deinen Mach-mich-Büchern inzwischen zu den Top-Autorinnen Deutschlands. Deine Leser reißen dir deine erotischen Kurzgeschichten und Romane sozusagen aus den Händen. Sag mal, als du damals mit dem Schreiben angefangen hast, hast du da an einen solchen Erfolg geglaubt und wie gehst du mit dem Erfolg um?
Monika: Nein, mit einem solchen Erfolg hatte ich nicht gerechnet, dazu bin ich zu sehr Realist. Ich wusste im Voraus, wie hoch die Chancen stehen, als Frischling in dem Beruf Erfolg zu haben oder als Autor überhaupt. Daher kann ich es auch heute noch nicht so ganz begreifen. Nur mein Mann, der voll hinter mir steht, holt mich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und erinnert mich täglich daran.
Darklady: Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen und was bedeutet das Schreiben für dich?
Monika: Jetzt kommt wohl der Standardspruch aller Autoren: Geschrieben habe ich schon, seit ich schreiben kann, und Schreiben bedeutet natürlich alles für mich. Es ist so wichtig wie die Luft zum Atmen. Meine ganz große Leidenschaft.
Darklady: Wie lange hat es gedauert, bis dein erstes Manuskript angenommen wurde und bei wie vielen Verlagen hast du dein Manuskript eingereicht?
Monika: Hmm, darf ich das sagen? Das verfälscht jetzt die Statistik (lacht).
Da ich ja wusste, dass es wie ein Sechser im Lotto ist, von einem »richtigen« Verlag veröffentlicht zu werden (also ein Verlag, der den Autor bezahlt, nicht umgekehrt ;-), habe ich meine ersten Geschichten gleich selbst veröffentlicht. Mit positiver Resonanz. Daher dachte ich eines Tages: Ach, probier es doch einfach mal, bewirb dich bei einem Verlag, mehr als eine Absage kannst du ja nicht bekommen.
Also bewarb ich mich nur bei einem einzigen Verlag: Ubooks. Insgeheim rechnete ich jedoch mit einer Absage. Ich habe mir wirklich absolut keine Hoffnungen gemacht, weil ich ungefähr wusste, wie viel Manuskripte ein Verlag pro Monat bekommt und wie viele davon veröffentlicht werden.
Als bereits nach einer Woche die Zusage kam, war ich erst mal total platt.
Und dann kam eins zum andern, innerhalb ganz kurzer Zeit.
Darklady: Wie gehst du mit Absagen um?
Monika: Die gehören zu dem Job dazu und machen mir nicht wirklich etwas aus, weil ich immer sehr realistisch an alles herangehe. Vielleicht finde ich Absagen auch deshalb nicht so schlimm, weil ich noch nie eine wirklich vernichtende bekam. Meistens passten meine Manuskripte vom Thema nicht ganz ins Programm, doch die Lektorinnen meinten, ich könne ihnen gerne weitere Texte schicken. Manchmal bekam ich gleich eine Themenliste mit. So etwas motiviert natürlich ungemein.
Ich kann aber nachvollziehen, wie frustrierend es für Autoren sein muss, wenn sie immer nur Absagen bekommen. Da hilft nur dran bleiben und hart an sich arbeiten. Man lernt nie aus.
Darklady: Erinnerst du dich noch an den Tag, an dem du deine erste Zusage erhalten hast? Was hast du gefühlt?
Monika: Ja, das war die Ratz-Fatz-Zusage von Ubooks. Ich war total aufgeregt und konnte es nicht glauben, schwebte wie auf Wolken.
Darklady: Was war das für ein Gefühl, als du das Buch dann zum ersten Mal in den Händen gehalten hast?
Monika: Da es bei Ubooks mit meinem Buch »Verlockende Versuchungen« dann noch recht lang bis zur Veröffentlichung dauerte, war mein erstes »richtiges« Buch der Gay Historical »Temptations« beim Dead Soft Verlag (August 2008). Zu dieser Zeit entstand auch die Zusammenarbeit mit meinem Verleger Simon Rhys Beck.
Wahnsinn, in den knappen zwei Jahren ist seitdem so unwahrscheinlich viel passiert ...
Es ist ein unbeschreiblich gutes Gefühl, sein eigenes Buch in Händen zu halten, auch beim siebzehnten Mal noch. Nur dass ich heute nicht mehr zittere, mir vor Aufregung der Schweiß aus allen Poren bricht und ich tagelang nicht mehr schlafen kann (lacht).
Darklady: Woher nimmst du die Ideen für deine Geschichten?
Monika: Die Ideen sind immer da. Als hätte ich einen ewig sprudelnden Quell in meinem Kopf, der hoffentlich nie versiegt.
Darklady: Viele Autoren hassen das Exposéschreiben. Wie ist das bei dir? Wie lange brauchst du, bis du ein verlagsreifes Expo fertig hast?
Monika: Da ich sowieso immer eine Art Exposé schreibe, bevor ich an einen neuen Roman herangehe, ist es dann nicht mehr so viel Arbeit, es verlagstauglich zu machen. Das schaffe ich dann innerhalb von zwei Tagen.
Darklady: Wie entwickelst du deine Personen?
Monika: Gegensätzlich – denn Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an und liefern natürlich eine Menge Konflikt. Meine Personen müssen vielschichtig sein, mit Ecken und Kanten, einfach interessant schon als Figur an sich. Daher entwerfe ich für jeden Charakter eine eigene Biografie. Meistens entwickeln sich die Charakter während des Schreiben von allein weiter, aber das »Grundgerüst« ist bereits definiert.
»Leider« geraten manche Figuren sehr lebendig, sodass ich oft denke, es gäbe sie tatsächlich. Dann fällt der Abschied immer unwahrscheinlich schwer. Komischerweise gelingen mir meine männlichen Protas oft besser als die weiblichen. Keine Ahnung, warum das so ist. Die einzige Ausnahme war meine Dämonin Raja in meinem erotischen Fantasyroman »Engelslust« (erscheint im Frühling 2011 im FallenStar Verlag). Die Dämonin hatte meinen Engel regelrecht an die Wand gespielt (lacht). Aber meiner großartigen Lektorin sei Dank, habe ich meinen Engel jetzt auch ganz gut hinbekommen. Ich glaube, ich habe mich noch nie so auf ein Buch gefreut wie auf dieses. Da steckt hundert Prozent Herzblut drin.
Darklady: Wie reagiert dein Umfeld (Nachbarn, Freunde, Familie) auf die Tatsache, dass du hocherotische Romane schreibst?
Monika: Meine Eltern waren anfangs skeptisch und haben niemandem gesagt, was ihr Töchterlein so macht, aber das hat sich mittlerweile gelegt. Die meisten finden es total cool, und ich hab sogar zwei Tanten, die ganz klasse finden, dass ich Erotik schreibe. Eine davon kauft jedes meiner Bücher - im Buchladen um die Ecke, wohlgemerkt (lacht). Das finde ich wiederum total klasse.
Ansonsten sag ich meistens keinem, was ich beruflich mache. Die sind dann dafür umso erstaunter, wenn sie es erfahren. »Was? Du??? Das hätte ich ja nie gedacht!«
Darklady: Brauchst du ein bestimmtes Ambiente um konzentriert arbeiten zu können? Hörst du bei der Arbeit an einem Manuskript vielleicht Musik und wenn ja, welche Stücke inspirieren dich? Oder brauchst du zum Schreiben absolute Stille?
Monika: Absolute Stille und mein Netbook, mit dem ich mich in eine kuschlige Ecke verziehe.
Darklady: Und wo arbeitest du am liebsten? Magst du den Lesern deinen Arbeitsplatz ein wenig beschreiben?
Monika: Verlagsarbeit mache ich an meinem großen PC im Wohnzimmer, zum Schreiben verzieh ich mich mit meinem Netbook entweder auf meinen Lieblingssessel oder ins Schlafzimmer.
Ich weiß, man soll im Bett nicht arbeiten (lacht), aber da hab ich`s warm und gemütlich. Außerdem hab ich die besten Einfälle immer beim Einschlafen, daher finden sich auf meinem Nachttisch immer haufenweise Zettel und Stifte (was meinen Mann oft in den Wahnsinn treibt, wenn mitten in der Nacht alle paar Sekunden das Licht angeht ;-).
Aber nächstes Jahr habe ich mein eigenes Arbeitszimmer, darauf freue ich mich schon sehr!
Darklady: Wie lange arbeitest du an einem Manuskript und wie sehen die Arbeitsabläufe aus?
Monika: Das ist unterschiedlich, aber grob kann ich sagen: Erst ist da die Idee. Wie ein Funke, der zu einer immer größeren Flamme wird, bis sie mich ganz und gar verschlingt. Erst wenn ich die ganze Story grob im Kopf habe und auch schon den Ausgang kenne, lege ich los. Ich mache mir (immer schon vorher) Notizen; plane jede Szene, gebe meinen Figuren Gesichter, Charaktereigenschaften, eine Lebensgeschichte, innere Konflikte. Ich weiß, wie sie sich im Laufe der Story wandeln, was für Höhen und Tiefen sie erleben, in welche »Kämpfe« sie verwickelt werden.
Wenn sich eine Story verselbstständigt, hat man am Ende keine runde Sache. Das ist meine persönliche Erfahrung. Daran haperte es früher immer bei mir. Ich hab einen Roman begonnen, munter drauf losgeschrieben und plötzlich gings nicht mehr weiter. Da war kein roter Faden. Mit einem Exposé geht die Arbeit einfacher und schneller von der Hand, ich kann da nicht mehr drauf verzichten.
Von der Idee bis zur Fertigstellung (Rohfassung, ohne Überarbeitung) vergehen etwa fünf Wochen bis drei Monate, wenn mir nichts dazwischenkommt. Manchmal arbeite ich an mehreren Projekten parallel, wobei ich jetzt auch langsam merke, dass ich alt werde (lacht). Es ist mir nun lieber, wenn ich mich auf ein bis zwei Dinge konzentriere.
Die Überarbeitung selbst besteht aus mehreren Arbeitsschritten und braucht auch noch mal mindestens einen Monat. Allerdings lasse ich zuvor das Manuskript mehrere Wochen ruhen, damit ich Abstand bekomme. Als Autor steht man seinen eigenen Texten blind gegenüber, das ist einfach so. In dieser »Ruhezeit« haben es auch meine sehr geschätzten Testleser, auf die sollte man auf keinen Fall verzichten.
Darklady: Was nervt dich in deinem Beruf als Autorin am meisten?
Monika: Dass er von vielen immer noch nicht als richtiger Beruf anerkannt wird. Da kommen gerne so Kommentare wie: »Du arbeitest zuhause? Ach, hast du es gut.« Oder: »Wann arbeitest du mal wieder was Richtiges?« Oder: »Stell dir vor, du müsstest noch in die Arbeit gehen.«
Da könnte ich an die Decke gehen. Aber jemand, der nicht schreibt, weiß leider nicht, wie viel Arbeit das wirklich bedeutet. Man tippt ja nicht mal schnell was runter.
Ich schreibe ja auch historische Romane, in denen wahnsinnig viel Recherche steckt. Das verschlingt auch immer Unmengen an Zeit.
Darklady: Du schreibst deine Bücher ja unter verschiedenen Pseudonymen. Wieso tust du das? Und wer sucht diese Pseudonyme aus, der Verlag oder du?
Monika: Inka Loreen Minden war mein erstes Pseudonym (übrigens ein Anagramm meines Namens), weil ich die Erotik von anderen Genres, wie zum Beispiel Jugendbuch, trennen wollte.
Lucy Palmer bin ich nur bei blue panther books. Dieses Pseudonym haben die Verleger ausgesucht und es verbleibt auch beim Verlag.
In Zukunft werden noch weitere Pseudonyme hinzukommen.
Darklady: Welche beruflichen Pläne hast du für die Zukunft?
Monika: Dieselben, wie jetzt auch: weiterschreiben, veröffentlichen, gelesen werden. Nur werden neue Genres hinzukommen, wie zum Beispiel Jugendbuch. Deshalb arbeite ich nun auch mit einer Agentur zusammen, weil es in diesem Genre noch mühsamer ist als in der Erotik, um weiterzukommen oder überhaupt einen Verlag zu finden. Ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit mit der Agentur und bin gespannt, wohin mich das in Zukunft bringt.
Darklady: Welche Ratschläge hast du für Neuautoren, die noch auf ihre erste Veröffentlichung hoffen?
Monika: Hart an sich arbeiten, konstruktive Kritik annehmen, sich weiterentwickeln, viel lesen, noch mehr schreiben und die Hoffnung nicht aufgeben :-)
Darklady: Moni, ich danke dir im Namen aller Leserinnen und Leser des Blogs ganz herzlich für das Interview.
Monika: Und ich bedanke mich recht herzlich für die Einladung auf deine Seite. Hat Spaß gemacht.
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: blue panther books; Auflage: 1., verb. Aufl. (15. September 2010)
ISBN-10: 3940505269
ISBN-13: 978-3940505262
Kurzbeschreibung:
Lucy Palmer schafft es immer wieder, den Leser mit ihren lustvollen Geschichten in den Bann zu ziehen …
Träumen Sie von ...
einem maskierten Lord,
zwei starken Männern im alten Rom,
einer einsamen Insel voller Begierde
oder von einem Lady-Cop?
Dann ist dieses Buch genau richtig für Sie!
Monika Dennerlein wurde im Jahre 1976 in Berchtesgaden geboren. Schon als kleines Kind hat sie sich Geschichten ausgedacht und aufgeschrieben – später erschienen ihre ersten Gedichte im »Berchtesgadener Anzeiger«, einer Heimatzeitung.
Nach dem Abitur verschlug es sie gemeinsam mit ihrem Mann nach München, wo sie ein paar Jahre als Zahntechnikerin arbeitete. Nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 2003 konzentrierte sich ihr Leben aufs Muttersein, drei Jahre später erwachte jedoch wieder ihre Leidenschaft fürs Schreiben.
Unter den Pseudonymen Inka Loreen Minden und Lucy Palmer sind seitdem von ihr 17 Bücher, 5 Hörbücher und zahlreiche E-Books erschienen. Nebenher ist sie »Mädchen für alles« beim Dead Soft Verlag, wo sie u.a. die Cover gestaltet und beim Lektorat hilft.
Als Inka Loreen Minden hat sich die Autorin mit ihren homoerotischen Liebesromanen – den Gay Historicals – einen Namen gemacht.
Allgemein tummeln sich ihre Helden am liebsten im historischen England oder sind Vampire, Dämonen und Gestaltwandler.
Zu ihren erfolgreichsten Titeln zählen der Erotik-Bestseller »Mach mich scharf!« von Lucy Palmer (blue panther books) und der Soft-SM-Roman »Tödliches Begehren« (dead soft Verlag) von Inka Loreen Minden.
Mehr über die Autorin und ihre Werke auf ihrer Homepage:
http://www.inka-loreen-minden.de
Darklady: Du gehörst zu den Vielschreiberinnen unter den Autoren/Autorinnen. Das bedeutet, dass du viele Stunden am PC sitzt. Was tust du zum Ausgleich? Treibst du Sport, hast du ein Hobby?
Monika: Puh, es würde mir tatsächlich nicht schaden, mich mal wieder sportlich zu betätigen. 12 Stunden täglich am PC sind der Durchschnitt. Da bleibt kaum Zeit für andere Dinge, wie zum Beispiel Haushalt, ärgs. Wie eine Kollegin mal so treffend formulierte: »Bei uns kann man vom Boden essen. Man findet immer was.« (lacht)
Jede Sekunde Freizeit gehört daher meiner Familie.
Früher war ich regelmäßig beim Walken und habe gemalt(Seidenmalerei), aber seit ein paar Jahren kann ich sagen: Mein liebstes Hobby – das Schreiben – ist nun mein Beruf. Es verlangt mir sehr viel ab, gibt mir jedoch auch ganz viel zurück.
Darklady: Viele Autoren haben neben ihrem Beruf als Schriftsteller noch einen so genannten "Brotberuf". Wie ist das bei dir? (und falls ja) Wie schaffst du es, beide Berufe unter einen Hut zu bringen?
Monika: Bevor ich wirklich regelmäßig schrieb, arbeitete ich als Zahntechnikerin. Der Beruf war für meine kreative Ader genau richtig und hat mir gut gefallen. Leider wollte nach der Geburt meines Sohnes niemand mehr eine Mama einstellen. Was ich auch verstehen kann, denn Zahntechnik ist ein Ganztagsjob mit Open End. Schlecht mit Kind zu vereinbaren, vor allem, wenn man keine Oma in der Nähe hat ;-)
Mein Brotberuf ist nun das Schreiben und »nebenher« noch die Verlagsarbeit für den Dead Soft Verlag.
Darklady: Moni, du gehörst mit deinen Mach-mich-Büchern inzwischen zu den Top-Autorinnen Deutschlands. Deine Leser reißen dir deine erotischen Kurzgeschichten und Romane sozusagen aus den Händen. Sag mal, als du damals mit dem Schreiben angefangen hast, hast du da an einen solchen Erfolg geglaubt und wie gehst du mit dem Erfolg um?
Monika: Nein, mit einem solchen Erfolg hatte ich nicht gerechnet, dazu bin ich zu sehr Realist. Ich wusste im Voraus, wie hoch die Chancen stehen, als Frischling in dem Beruf Erfolg zu haben oder als Autor überhaupt. Daher kann ich es auch heute noch nicht so ganz begreifen. Nur mein Mann, der voll hinter mir steht, holt mich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und erinnert mich täglich daran.
Darklady: Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen und was bedeutet das Schreiben für dich?
Monika: Jetzt kommt wohl der Standardspruch aller Autoren: Geschrieben habe ich schon, seit ich schreiben kann, und Schreiben bedeutet natürlich alles für mich. Es ist so wichtig wie die Luft zum Atmen. Meine ganz große Leidenschaft.
Darklady: Wie lange hat es gedauert, bis dein erstes Manuskript angenommen wurde und bei wie vielen Verlagen hast du dein Manuskript eingereicht?
Monika: Hmm, darf ich das sagen? Das verfälscht jetzt die Statistik (lacht).
Da ich ja wusste, dass es wie ein Sechser im Lotto ist, von einem »richtigen« Verlag veröffentlicht zu werden (also ein Verlag, der den Autor bezahlt, nicht umgekehrt ;-), habe ich meine ersten Geschichten gleich selbst veröffentlicht. Mit positiver Resonanz. Daher dachte ich eines Tages: Ach, probier es doch einfach mal, bewirb dich bei einem Verlag, mehr als eine Absage kannst du ja nicht bekommen.
Also bewarb ich mich nur bei einem einzigen Verlag: Ubooks. Insgeheim rechnete ich jedoch mit einer Absage. Ich habe mir wirklich absolut keine Hoffnungen gemacht, weil ich ungefähr wusste, wie viel Manuskripte ein Verlag pro Monat bekommt und wie viele davon veröffentlicht werden.
Als bereits nach einer Woche die Zusage kam, war ich erst mal total platt.
Und dann kam eins zum andern, innerhalb ganz kurzer Zeit.
Darklady: Wie gehst du mit Absagen um?
Monika: Die gehören zu dem Job dazu und machen mir nicht wirklich etwas aus, weil ich immer sehr realistisch an alles herangehe. Vielleicht finde ich Absagen auch deshalb nicht so schlimm, weil ich noch nie eine wirklich vernichtende bekam. Meistens passten meine Manuskripte vom Thema nicht ganz ins Programm, doch die Lektorinnen meinten, ich könne ihnen gerne weitere Texte schicken. Manchmal bekam ich gleich eine Themenliste mit. So etwas motiviert natürlich ungemein.
Ich kann aber nachvollziehen, wie frustrierend es für Autoren sein muss, wenn sie immer nur Absagen bekommen. Da hilft nur dran bleiben und hart an sich arbeiten. Man lernt nie aus.
Darklady: Erinnerst du dich noch an den Tag, an dem du deine erste Zusage erhalten hast? Was hast du gefühlt?
Monika: Ja, das war die Ratz-Fatz-Zusage von Ubooks. Ich war total aufgeregt und konnte es nicht glauben, schwebte wie auf Wolken.
Darklady: Was war das für ein Gefühl, als du das Buch dann zum ersten Mal in den Händen gehalten hast?
Monika: Da es bei Ubooks mit meinem Buch »Verlockende Versuchungen« dann noch recht lang bis zur Veröffentlichung dauerte, war mein erstes »richtiges« Buch der Gay Historical »Temptations« beim Dead Soft Verlag (August 2008). Zu dieser Zeit entstand auch die Zusammenarbeit mit meinem Verleger Simon Rhys Beck.
Wahnsinn, in den knappen zwei Jahren ist seitdem so unwahrscheinlich viel passiert ...
Es ist ein unbeschreiblich gutes Gefühl, sein eigenes Buch in Händen zu halten, auch beim siebzehnten Mal noch. Nur dass ich heute nicht mehr zittere, mir vor Aufregung der Schweiß aus allen Poren bricht und ich tagelang nicht mehr schlafen kann (lacht).
Darklady: Woher nimmst du die Ideen für deine Geschichten?
Monika: Die Ideen sind immer da. Als hätte ich einen ewig sprudelnden Quell in meinem Kopf, der hoffentlich nie versiegt.
Darklady: Viele Autoren hassen das Exposéschreiben. Wie ist das bei dir? Wie lange brauchst du, bis du ein verlagsreifes Expo fertig hast?
Monika: Da ich sowieso immer eine Art Exposé schreibe, bevor ich an einen neuen Roman herangehe, ist es dann nicht mehr so viel Arbeit, es verlagstauglich zu machen. Das schaffe ich dann innerhalb von zwei Tagen.
Darklady: Wie entwickelst du deine Personen?
Monika: Gegensätzlich – denn Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an und liefern natürlich eine Menge Konflikt. Meine Personen müssen vielschichtig sein, mit Ecken und Kanten, einfach interessant schon als Figur an sich. Daher entwerfe ich für jeden Charakter eine eigene Biografie. Meistens entwickeln sich die Charakter während des Schreiben von allein weiter, aber das »Grundgerüst« ist bereits definiert.
»Leider« geraten manche Figuren sehr lebendig, sodass ich oft denke, es gäbe sie tatsächlich. Dann fällt der Abschied immer unwahrscheinlich schwer. Komischerweise gelingen mir meine männlichen Protas oft besser als die weiblichen. Keine Ahnung, warum das so ist. Die einzige Ausnahme war meine Dämonin Raja in meinem erotischen Fantasyroman »Engelslust« (erscheint im Frühling 2011 im FallenStar Verlag). Die Dämonin hatte meinen Engel regelrecht an die Wand gespielt (lacht). Aber meiner großartigen Lektorin sei Dank, habe ich meinen Engel jetzt auch ganz gut hinbekommen. Ich glaube, ich habe mich noch nie so auf ein Buch gefreut wie auf dieses. Da steckt hundert Prozent Herzblut drin.
Darklady: Wie reagiert dein Umfeld (Nachbarn, Freunde, Familie) auf die Tatsache, dass du hocherotische Romane schreibst?
Monika: Meine Eltern waren anfangs skeptisch und haben niemandem gesagt, was ihr Töchterlein so macht, aber das hat sich mittlerweile gelegt. Die meisten finden es total cool, und ich hab sogar zwei Tanten, die ganz klasse finden, dass ich Erotik schreibe. Eine davon kauft jedes meiner Bücher - im Buchladen um die Ecke, wohlgemerkt (lacht). Das finde ich wiederum total klasse.
Ansonsten sag ich meistens keinem, was ich beruflich mache. Die sind dann dafür umso erstaunter, wenn sie es erfahren. »Was? Du??? Das hätte ich ja nie gedacht!«
Darklady: Brauchst du ein bestimmtes Ambiente um konzentriert arbeiten zu können? Hörst du bei der Arbeit an einem Manuskript vielleicht Musik und wenn ja, welche Stücke inspirieren dich? Oder brauchst du zum Schreiben absolute Stille?
Monika: Absolute Stille und mein Netbook, mit dem ich mich in eine kuschlige Ecke verziehe.
Darklady: Und wo arbeitest du am liebsten? Magst du den Lesern deinen Arbeitsplatz ein wenig beschreiben?
Monika: Verlagsarbeit mache ich an meinem großen PC im Wohnzimmer, zum Schreiben verzieh ich mich mit meinem Netbook entweder auf meinen Lieblingssessel oder ins Schlafzimmer.
Ich weiß, man soll im Bett nicht arbeiten (lacht), aber da hab ich`s warm und gemütlich. Außerdem hab ich die besten Einfälle immer beim Einschlafen, daher finden sich auf meinem Nachttisch immer haufenweise Zettel und Stifte (was meinen Mann oft in den Wahnsinn treibt, wenn mitten in der Nacht alle paar Sekunden das Licht angeht ;-).
Aber nächstes Jahr habe ich mein eigenes Arbeitszimmer, darauf freue ich mich schon sehr!
Darklady: Wie lange arbeitest du an einem Manuskript und wie sehen die Arbeitsabläufe aus?
Monika: Das ist unterschiedlich, aber grob kann ich sagen: Erst ist da die Idee. Wie ein Funke, der zu einer immer größeren Flamme wird, bis sie mich ganz und gar verschlingt. Erst wenn ich die ganze Story grob im Kopf habe und auch schon den Ausgang kenne, lege ich los. Ich mache mir (immer schon vorher) Notizen; plane jede Szene, gebe meinen Figuren Gesichter, Charaktereigenschaften, eine Lebensgeschichte, innere Konflikte. Ich weiß, wie sie sich im Laufe der Story wandeln, was für Höhen und Tiefen sie erleben, in welche »Kämpfe« sie verwickelt werden.
Wenn sich eine Story verselbstständigt, hat man am Ende keine runde Sache. Das ist meine persönliche Erfahrung. Daran haperte es früher immer bei mir. Ich hab einen Roman begonnen, munter drauf losgeschrieben und plötzlich gings nicht mehr weiter. Da war kein roter Faden. Mit einem Exposé geht die Arbeit einfacher und schneller von der Hand, ich kann da nicht mehr drauf verzichten.
Von der Idee bis zur Fertigstellung (Rohfassung, ohne Überarbeitung) vergehen etwa fünf Wochen bis drei Monate, wenn mir nichts dazwischenkommt. Manchmal arbeite ich an mehreren Projekten parallel, wobei ich jetzt auch langsam merke, dass ich alt werde (lacht). Es ist mir nun lieber, wenn ich mich auf ein bis zwei Dinge konzentriere.
Die Überarbeitung selbst besteht aus mehreren Arbeitsschritten und braucht auch noch mal mindestens einen Monat. Allerdings lasse ich zuvor das Manuskript mehrere Wochen ruhen, damit ich Abstand bekomme. Als Autor steht man seinen eigenen Texten blind gegenüber, das ist einfach so. In dieser »Ruhezeit« haben es auch meine sehr geschätzten Testleser, auf die sollte man auf keinen Fall verzichten.
Darklady: Was nervt dich in deinem Beruf als Autorin am meisten?
Monika: Dass er von vielen immer noch nicht als richtiger Beruf anerkannt wird. Da kommen gerne so Kommentare wie: »Du arbeitest zuhause? Ach, hast du es gut.« Oder: »Wann arbeitest du mal wieder was Richtiges?« Oder: »Stell dir vor, du müsstest noch in die Arbeit gehen.«
Da könnte ich an die Decke gehen. Aber jemand, der nicht schreibt, weiß leider nicht, wie viel Arbeit das wirklich bedeutet. Man tippt ja nicht mal schnell was runter.
Ich schreibe ja auch historische Romane, in denen wahnsinnig viel Recherche steckt. Das verschlingt auch immer Unmengen an Zeit.
Darklady: Du schreibst deine Bücher ja unter verschiedenen Pseudonymen. Wieso tust du das? Und wer sucht diese Pseudonyme aus, der Verlag oder du?
Monika: Inka Loreen Minden war mein erstes Pseudonym (übrigens ein Anagramm meines Namens), weil ich die Erotik von anderen Genres, wie zum Beispiel Jugendbuch, trennen wollte.
Lucy Palmer bin ich nur bei blue panther books. Dieses Pseudonym haben die Verleger ausgesucht und es verbleibt auch beim Verlag.
In Zukunft werden noch weitere Pseudonyme hinzukommen.
Darklady: Welche beruflichen Pläne hast du für die Zukunft?
Monika: Dieselben, wie jetzt auch: weiterschreiben, veröffentlichen, gelesen werden. Nur werden neue Genres hinzukommen, wie zum Beispiel Jugendbuch. Deshalb arbeite ich nun auch mit einer Agentur zusammen, weil es in diesem Genre noch mühsamer ist als in der Erotik, um weiterzukommen oder überhaupt einen Verlag zu finden. Ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit mit der Agentur und bin gespannt, wohin mich das in Zukunft bringt.
Darklady: Welche Ratschläge hast du für Neuautoren, die noch auf ihre erste Veröffentlichung hoffen?
Monika: Hart an sich arbeiten, konstruktive Kritik annehmen, sich weiterentwickeln, viel lesen, noch mehr schreiben und die Hoffnung nicht aufgeben :-)
Darklady: Moni, ich danke dir im Namen aller Leserinnen und Leser des Blogs ganz herzlich für das Interview.
Monika: Und ich bedanke mich recht herzlich für die Einladung auf deine Seite. Hat Spaß gemacht.
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: blue panther books; Auflage: 1., verb. Aufl. (15. September 2010)
ISBN-10: 3940505269
ISBN-13: 978-3940505262
Kurzbeschreibung:
Lucy Palmer schafft es immer wieder, den Leser mit ihren lustvollen Geschichten in den Bann zu ziehen …
Träumen Sie von ...
einem maskierten Lord,
zwei starken Männern im alten Rom,
einer einsamen Insel voller Begierde
oder von einem Lady-Cop?
Dann ist dieses Buch genau richtig für Sie!
Nordseekrimi - 29. Nov, 16:03









